
Die Kirchengemeinde
Die Kirchengemeinde St. Albert Bischofslinde wurde am 1. Januar 1969 als Pfarrkuratie gegründet und am 1. Juni 1970 als selbständige Kirchengemeinde errichtet.
Der Stadtbezirk Bischofslinde war damals im Entstehen und so wuchs die Kirchengemeinde mit dem Ausbau des Wohngebiets und war somit von Beginn an präsent.
Zur Gründungszeit lebten in der Gemeinde hauptsächlich junge Familien mit vielen Kindern. Das war ausschlaggebend, dass anstelle eines zunächst geplanten Kirchturms ein Kindergarten errichtet wurde, der schon im Mai 1971 zusammen mit einem Gemeindesaal eingeweiht werden konnte.
Der Kirchenpatron
Albert der Große wurde 1193 in Lauingen an der Donau geboren, trat mit dreißig Jahren in den Dominikanerorden ein und war in den darauf folgenden Jahren Lehrer in vielen Klöstern Deutschlands, darunter auch im Freiburger Dominikanerkloster Unterlinden.
Albertus Magnus, wie er genannt wird, war nicht nur ein großer Philosoph und Theologe. Er hatte auch große Kenntnisse in den Naturwissenschaften. Er war hochgeistig und zugleich weltoffen, so dass er 1254 zum Prior der deutschen Dominikaner geweiht wurde. Er bereiste in verschiedenen kirchlichen Aufträgen auch Frieden stiftend ganz Deutschland. Unter anderem weihte er 1268 die Pfarrkirche in Freiburg Wiehre und das dortige Aussätzigenhospital ein. Hochbetagt starb Albert am 15. November 1280 in Köln.
Die Kirche hat ihn 1931 heilig gesprochen, zum Kirchenlehrer ernannt und zum Patron der Naturwissenschaften erwählt. Bewusst hat man in der Universitätsstadt Freiburg der Kirche neben der großen Studentensiedlung den Namen St. Albert gegeben, da dieser Heilige und Gelehrte in umfassender Weise Wissen und Glauben miteinander verbunden hat.
Das Bischofskreuz

Dieses jahrhundertealte Kreuz war nicht nur ein gewöhnliches Zeichen einer Feldgemarkung, es trägt auch noch eine schwach erkennbare Inschrift. Diese weist auf die Schlacht vor den Toren Freiburgs hin, bei welcher der Straßburger Bischof Konrad von Lichtenberg schwer verletzt wurde, und die Schlacht zugunsten der Freiburger Bürger verlief.
An der Stelle, wo der Bischof fiel, wurde einst das steinerne Kreuz errichtet. Jahrhundertelang stand das Kreuz an einem Feldweg nach Betzenhausen und wurde schließlich zum Wahrzeichen einer neuen Stadtsiedlung. Am 29. Mai 1963 wurde neben diesem Kreuz durch das Stadtoberhaupt eine neue Linde gepflanzt. Das war zugleich der erste Spatenstich für einen neuen Stadtbezirk, der nach dieser Stätte "Bischofslinde" heißt.
Doris Jehle
